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Fachfortbildung Pflege Forensische Psychiatrie

Konzept Fachfortbildung Pflege Forensische Psychiatrie

  Bildrechte: Andreas Gärtner / MRVZN Bad Rehburg

Die Aufgabenstellungen in der forensischen Pflege erfordern erweiterte Kompetenzen, um zu einer Handlungsfähigkeit zu gelangen. In der Ausbildung der Gesundheits- und Krankenpflege wird das Thema Maßregelvollzug oft nur marginal gestreift. Die Handlungsfähigkeit ist ein Faktor von erheblicher Bedeutung bei der klinischen Entscheidungsfindung. Die Pflegenden sollten in der Lage sein, Entscheidungen, die oft auch vielschichtig sind, kritisch zu überdenken und sich mit ihren Überlegungen im multiprofessionellen Team einzubringen. Auch um die Position der Mitarbeitenden der Berufsgruppe Pflege im interdisziplinären Team zu stärken, ist es wichtig den eigenen Standpunkt zu kennen und ihn fachlich adäquat vertreten zu können. Dazu benötigen die Pflegenden Hintergrundwissen, dass sie in Qualifikationsmaßnahmen erwerben. Die Lockerungsentscheidungen werden von Psychologen und Ärzten getroffen, diese stützen und verlassen sich aber häufig auch auf die Informationen der Pflegenden. Im Gegensatz zu den anderen Berufsgruppen sehen die Mitarbeitenden der Berufsgruppe Pflege die Patienten 24 Stunden am Tag in den verschiedensten Lebensbereichen. Somit ist die Pflege oft essentiell bei der Entscheidungsfindung.

Um den Auftrag der Gefährlichkeitsreduktion erfüllen zu können, ist eine hohe berufliche Handlungskompetenz der im Maßregelvollzug Tätigen erforderlich. Die Pflegenden als zahlenmäßig größte Berufsgruppe im Klinikalltag, stellen ein bedeutendes Potential dar. Sie haben die Möglichkeit fachlich adäquat präventiv auf das Alltagsgeschehen, die Stationsatmosphäre und die weitere Entwicklung der Patientinnen und Patienten auch durch Ihre Vorbildfunktion einzuwirken.

Aus diesem Grund stehen weiterhin Macht, Regeln, Verantwortung, Ethik, Selbstreflektion und Kommunikation im Mittelpunkt der „Fachfortbildung Pflege Forensische Psychiatrie“.

Alles was Menschen hilft, was sie einlädt, ermutigt und inspiriert, eine neue, andere Erfahrung zu machen als bisher, ist gut für das Hirn und damit gut für die Gemeinschaft. Menschen, denen es gelingt, ihr Gehirn noch einmal auf eine andere als die bisher gewohnte Weise zu benutzen, bekommen ein anderes Gehirn. Menschen, die sich noch einmal mit Begeisterung für etwas öffnen, was ihnen bisher verschlossen war, praktizieren dieses wunderbare Selbstdoping für das eigene Gehirn. Die Wissenschaft nennt diesen Prozess Potenzialentfaltung. Es ist das genaue Gegenteil von dem, was die meisten Menschen gegenwärtig betreiben: bloße Ressourcennutzung. Hüther,G. (2012)

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